Mittwoch, 5. Juli 2017

Rede von Herrn H.Wolters zur Infoveranstaltung

Rede zur Infoveranstaltung
Zuallererst vielen Dank für Ihre Teilnahme an dem heutigen Infoabend.
Ich möchte mich bei Herr Professor Weislämle und den Geschäftsführer der Tourismus GmbH Hochschwarzwald, Herr Thorsten Rudolph dafür bedanken, dass Sie uns privaten Partnern den Sinn und die Zusammenhänge der „Marke Markgräflerland“ erklären wollen, um dann anschließend diese mit uns zu diskutieren. Beide Herren hatten sich sofort bereit erklärt mitzumachen. Dafür möchte ich mich nachträglich bedanken. Wenn Sie fragen, wieso ich als Neu-Bamlacher mich dazu berufen fühle, eine Infoveranstaltung für private Partner zu organisieren, möchte ich es damit erklären: „einer muss es ja machen, und ich weiß nicht, ab wann man Alt-Bamlacher wird“.
Ich bin seit 18 Jahren Gewerbetreibender in Bad Bellingen und seit 2004 wohnhaft in Bamlach und habe seitdem Tourismus auf die Fahnen des Drei Thermen Golfresorts geschrieben. Schon mit dem Namen der Golfanlage habe ich den Bezug auf die ganze Region bewiesen.
2004 haben wir den „Hebelhof“ übernommen und auf 4 Sterne renoviert. Auch die 16 000 m² große ausgewiesene „Sonderfläche Golfhotel B15“ in Bamlach habe ich von der Gemeinde 2004 erworben mit der Absicht, dort jetzt ein Premiumhotel zubauen. Mit dem Bau von 4 Golfplätzen ging ich davon aus, dass bei uns jetzt eine große Entwicklung geschieht. Verwundert müssen wir in der Firma feststellen, dass wir mit unserem wichtigsten Projekt des Golfresorts, ein Premiumhotel zu bauen, ausgebremst werden, obwohl die allgemeinen Übernachtungszahlen in Bad Bellingen in den letzten 10 Jahren rückläufig sind. Übernachtungsbetriebe haben aufgegeben und wie letztlich in Bad Bellingen geschehen, wurden Umwidmungen von Hotelbetten auf Wohnen durch den Gemeinderat gegen den Willen des Bürgermeisters durchgeboxt.
Lange habe ich mich gefragt: „Merkt keiner den Rückgang? Wieso unternimmt keiner etwas? Und was sollte man machen?“
Am 24. Mai habe ich auf Einladung des Bürgermeisters von Bad Bellingen an der Veranstaltung „Interkommunaler Tourismus“ teilgenommen. Vor Jahren hatte ich schon mal im Kurhaus in Bad Bellingen eine Informationsveranstaltung besucht. Ein Professor aus der Schweiz erzählte uns damals, dass wir mit der Landschaft, mit dem Wetter und der Freundlichkeit der Markgräflerinnen werben sollten. Das empfand ich damals als eine nicht wirksame Empfehlung.                                                                                                                                                                                                                                                  
Für den 24.Mai hatte ich keine große Erwartung, bin aber hingegangen, da ich ein Betroffener bin und wurde dann aber überraschenderweise von den Beiträgen der Fachleute sehr beeindruckt. Es wurde mir klar, die „Marke Markgräflerland“ ist das Ei des Kolumbus für den Tourismus in der Region. In dem Vortrag vom Professor Weislämle, kam zu Sprache, dass die privaten Partner eingebunden werden müssen. Die Frage für mich war, wer organisiert die privaten Partner und wer kümmert sich somit um die Interessen der Beherbergungsbetriebe. Ich habe dann einige Gespräche mit Betroffenen geführt, und es wurde schnell klar, dass es keinen gibt, der sich darum kümmern wollte.
In diesem Gesprächen wurde mir erklärt, die Idee „Marke - Markgräflerland“ ist sehr gut, und man wollte sie schon vor 10 Jahren anschieben, man befürwortete es, aber bitte keinen Posten, waren die Antworten die ich erhielt.
Für mich ist die Idee, die hinter der Marke Markgräflerland steht, die Lösung gegen den Rückgang der Belegungszahlen. Um den nicht nur aufzuhalten, sondern auch ins Positive umzukehren sollten wir alles unternehmen, um die „Marke Markgräflerland“ in Gang zu bringen. Wenn man die Erfolgszahlen, die vor allem für die Touristen auf die kostenlose Hochschwarzwaldkarte mit 100 Attraktionen zurückzuführen ist und damit die Übernachtungszahlen um 37 % auf 3,7 Millionen Übernachtungen angestiegen ist und damit den Umsatz um mehr als verdoppelt hat, dürfen wir nicht zögern, alle Kräfte zu mobilisieren, diese Erfolgsaussichten für das Markgräflerland zu generieren.
Ich habe in den letzten 32 Jahren 17 Golfplätze in ganz Deutschland gebaut. Am Anfang hatte ich immer irgendein Feld in der Landschaft vorgefunden, um dann darauf einen Golfplatz, ein Clubhaus zu bauen und einen Golfclub zu gründen. Irgendetwas anschieben, sich darum kümmern, ist für mich also Alltag und wenn es keiner machen will, mache ich es. Dass wir privaten Partner eine Stimme bekommen, ist extrem wichtig und wir sollten einen Arbeitskreis organisieren. Das ist  die Absicht der heutigen Veranstaltung.
Wer bereit ist, mitzumachen wird herzlichst eingeladen. Wir haben eine Box aufgestellt, in der Sie Ihre Karte oder einen Zettel mit Anschrift einwerfen können. Wir werden den Arbeitskreis organisieren und nach einigen Beratungen über ein Konzept in Zusammenarbeit mit den Moderatoren, mit den Entscheidern in den Gemeinden, Gespräche führen.
Die Müllheimer Bürgermeisterin Frau Siemens – Knoblich erklärte in der Presse, erst müssten die privatwirtschaftlichen Akteure sich einbringen. Für mich wäre es unverständlich, sollte man sich bei dem Projekt Marke Markgräflerland verweigern. Diesen Vorwurf darf man dann auch allen politischen Entscheidern machen. Den schleichenden Rückgang der Bettenkapazität für Übernachtungen in der Region, müsste für alle politischen Beteiligten ein Grund sein, sich dagegen zu stemmen.
Deshalb möchte ich Ihnen heute ans Herz legen, wir sollten uns darüber im Klaren sein, Bürgermeister Hoffmann hat die Idee mit der „Marke Markgräflerland“ erneut angestoßen, aber wenn wir privaten Partner oder wie die Müllheimer Bürgermeisterin es nannte „privatwirtschaftliche Akteure“, uns nicht aufrappeln und mitmachen, ist die Chance eine „Marke Markgräflerland“  für die nächsten Jahre wieder vertan. Die letzten 10 Jahre haben es bewiesen.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
Jetzt aber zu den Beiträgen von Herrn Rudolph und Professor Weislämle. Herr Rudolf, bitte fangen Sie mit Ihrem Vortrag an.