Samstag, 29. Juli 2017

Brief an die Buergermeister 20.7.17


Privater Arbeitskreis „Marke Markgräflerland“
Hebelhof, Bellingerstrasse 5, 79415 Bad Bellingen
Tel.: 07635 82 44 930     Mail: hebelhof@dtgr.de


Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, sehr geehrte Herren Bürgermeister, sehr geehrte Ratsmitglieder,
auf die immer wieder gestellte Frage, was muss passieren um den Niedergang der Übernachtungszahlen aufzuhalten, gab es für die privaten Partner bisher keine befriedigenden Antworten. Nach all den Überlegungen sind Bemühungen um eine Marke „Markgräflerland“ aus unserer Sicht das „Ei des Kolumbus“. Der Auslöser unserer Überlegungen war die Versammlung „Interkommunales Tourismusmarketing“ am 24.05.2017 im Kurhaus von Bad Bellingen. Hier bekamen wir Anregungen über eine gemeinsame Marke „Markgräflerland“  welche ganz neue Erkenntnisse brachten. In den Vorträgen stellte u.a. Herr Prof. Dr. Valentin Weislämle (Studiengangsleiter Tourismus an der DHBW Lörrach) 4 Punkte vor wie eine solche Mammutaufgabe sinnvollerweise angegangen werden sollte, was für uns als einen sehr praktikablen Weg nachempfunden werden konnte:                                                                                                                      
1.    Man braucht einen Kümmerer
2.    Eine Projektgruppe und das Einbinden privater Partner
3.    Ein Handlungskonzept
4.    Einen externen Moderator
Das waren Aussagen mit denen die privaten Partner etwas anfangen konnten. In der Presse war nachzulesen, dass die privatwirtschaftlichen Akteure sich mehr einbringen sollen. Dadurch fühlten wir uns aufgerufen.
Nachdem in den letzten 10 Jahren ein Vielzahl an Übernachtungsbetrieben geschlossen haben und Bettenkapazitäten in Wohnmöglichkeiten umgewandelt wurden, ist es dringend notwendig gegenzusteuern, damit der Tourismus im Markgräflerland nicht zur Nebensache wird.  
Die bestehenden privaten Partner müssen mit Zukunftsperspektiven gestärkt werden. Die Frage muss erlaubt sein: „Was wäre zum Beispiel Bad Bellingen ohne Therme und Golfplatz“ - alternativ hierzu könnte der Gast vor Ort weitere tolle Thermen in der Region für die Gesundheit und Entspannung aufsuchen, zehn weitere Golfplätze besuchen, unterschiedlichste Weine probieren, eine einzigartige Landschaft erleben, das wärmste Klima Deutschlands spüren, günstige Verkehrsanbindungen und Infrastrukturen nutzen, am Rhein die Seele baumeln lassen, unterschiedlichste Sportarten wie z.B. Gleitschirmfliegen vom „Blauen“ vornehmen, weitere Eindrücke in benachbarten Ländern erfahren und als Abrundung viele Bürgerveranstaltungen und Weinfeste miterleben. Das alles macht uns als Region einzigartig und begehrenswert und ist eine erfolgversprechende Basis für eine Marke „Markgräflerland“, die uns unschlagbar macht. 
Damit dies ermöglicht wird, ist es wichtig, dass wir unsere gemeinsamen Kapazitäten aus Kommunen und privaten Partnern bündeln und Synergien nutzen. Wir müssen im Markgräflerland das Kirchturmdenken überwinden. In einem gebündelten und aktiven Vermarktungsauftritt sieht der Arbeitskreis der privaten Partner für den Tourismus im Markgräflerland eine bessere und nachhaltige Zukunft.
Auf privater Seite haben wir unsere Kirchtürme vorübergehend hinter uns gelassen. Je mehr in meinem Betrieb hier in Bamlach und Hertingen über die Marke „Markgräflerland“ unter den Gästen und Mitarbeitern diskutiert wurde, haben wir die Aussage von Prof. Dr. Valentin Weislämle in seinem Vortrag, „die privaten Partner müssen eingebunden werden“ und die Aufforderung von Frau Astrid Siemes-Knoblich, „die privatwirtschaftlichen Akteure müssen erst Interesse zeigen“, als Aufforderung verstanden. In allen Gesprächen die in der Vergangenheit geführt wurden, bekam man die Aussage: „Gute Idee, aber bitte keine Posten für mich!“ - so wurde klar, wenn die Absicht besteht, eine Marke „Markgräflerland“ zu entwickeln, muss es einer tun, woraufhin der Arbeitskreis „Marke Markgräflerland“ der privaten Partner in Hertingen entstand.
Wir veranstalteten eine Infoversammlung am 3. Juli in Hertingen zum Thema „Marke Markgräflerland“ und konnten dafür wieder Herrn Thorsten Rudolph (Geschäftsführer Hochschwarzwald Tourismus GmbH) und Herrn Prof. Dr. Valentin Weislämle gewinnen. Es waren 56 interessierte private Partner anwesend. Die Gastredner haben sehr informative Vorträge gehalten. Es wurde anschließend intensiv diskutiert und Fragen der Zuhörer beantwortet. Nach der Veranstaltung sind 19 private Partner spontan dem Aufruf gefolgt, einen privaten Arbeitskreis „Marke Markgräflerland“ zu bilden. Mit der Unterstützung von Herrn Prof. Dr. Weislämle hat der Arbeitskreis mehrere Montage im Hebelhof in Hertingen das Thema besprochen. Es gab sehr viel Zustimmung für das Installieren einer Marke „Markgräflerland“ mit u.a. einer Gästekarte die viele Angebote beinhaltet. Auch waren alle Beteiligten des Arbeitskreises einhellig der Meinung, eine Marke „Markgräflerland“ kann nur aufgebaut werden, wenn die Entscheider in den Gemeinden dies mittragen. Ganz klar ist allen, dass viele Entscheidungen für eine Marke „Markgräflerland“ nur in den Rathäusern der Gemeinden beantwortet werden können. Bei allen Entscheidungen sollte es jedem klar sein, dass die weitere touristische Entwicklung der ganzen Region auf dem Spiel steht. Bleibt es in der Zukunft bei dem Werbeflickenteppich, wird sich an der jetzigen Situation nichts ändern - mit allen gebündelten Kräften könnte das Markgräflerland zu einer erfolgreichen Dachmarke werden. Wir sollten uns im Markgräflerland das Lernbeispiel und die Erfolgsstory „Hochschwarzwald Tourismus GmbH“ als Vorbild nehmen. Damit es vorwärts geht, bittet der Arbeitskreis der privaten Partner „Marke Markgräflerland“ die Bürgermeisterin und alle Bürgermeister in  der Region um einen Gesprächstermin. Termin und Ort überlassen wir Ihnen.
Bürgermeister Dr. Hoffmann aus Bad Bellingen hatte bei der Versammlung am 24.05.2017 kurz entschlossen angekündigt: „Ich mache den Kümmerer!“. Der Arbeitskreis der privaten Partner bittet darum, dass die Frau Bürgermeisterin und jeder Bürgermeister in der Region die Rolle des „Kümmerers“ übernimmt, damit sich der Tourismus im gesamten Markgräflerland positiv entwickeln kann.

Im Namen des Arbeitskreises der privaten Partner
Mit freundlichen Grüßen
Heinz Wolters